Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Arbeits– und Forschungsschwerpunkte

  • Körper– und Bewegungserfahrungen und ihr Einfluss auf die Entwicklung des Selbstkonzeptes
  • Diagnostik der motorischen Entwicklung von Kindern
  • Psychomotorische Entwicklungsförderung
  • Bewegung und Sprache – Entwicklung und Evaluation von bewegungsorientierten Konzepten der Sprachförderung
  • Frühkindliche Bildung und Entwicklung – Kinder von 0 bis 3 Jahren
  • Bewegung und Literacy
  • Bewegte Schule – Bewegung als Prinzip des Lernens
  • Förderung sozial–emotionaler Kompetenzen durch Bewegung, Spiel und Sport
  • Räume für Kinder unter drei Jahren – Gestaltung von Spiel– und Bewegungsräumen in der Krippe, Tagespflege und Familie
  • Ästhetische Bildung – Entwicklung und Bedeutung der Wahrnehmung

Zweiter deutscher Kinder und Jugend Sportbericht

Krupp Stiftung stellt „Zweiten Deutschen Kinder– und Jugendsportbericht“ vor – 11. November 2008

Krupp Stiftung stellt Zweiten Deutschen Kinder– und Jugendsportbericht vor – 11. November 2008

Foto: Krupp–Stiftung/Peter Wieler
v.li. stehend: Prof. Dr. Klaus Völker, Prof. Dr. Renate Zimmer, Prof. Dr. Werner Schmidt
v.li. sitzend: Direktor des DOSB Dr. Michael Vesper, Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, Dr. Berthold Beitz

In Essen wurde am 11. Novmeber 2008 der „Zweite Deutsche Kinder– und Jugendbericht“, initiiert durch die Krupp Stiftung, der Öffentlichkeit präsentiert. Der Bericht befasst sich mit der Bedeutung des Sports für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr. Er stellt die jüngsten Erkenntnisse von Sportwissenschaftlern und Pädagogen, Sportsoziologen, Sportmedizinern und Ernährungswissenschaftler bezüglich der Auswirkungen von Sport und Bewegung aud die intellektuelle körperliche Entwicklung, die gesellschaftliche Integration und die Gesundheit von Kindern dar.

Das Fazit der Wissenschaftler lautet: Die Wirkungen, die Bewegungen und Sport insgesamt auf die Entwicklung von Kindern haben, sind erheblich umfassender als vielfach angenommen. Das pädagogische Potential von Bewegung und Sport muss in Zukunft systematischer und intensiver als bisher zum Wohl der Kinder genutzt werden.

Modellprojekt Vom Greifen zum Begreifen

Tagespflegepersonen kommen in Bewegung – Modellprojekt „Vom Greifen zum Begreifen“ geht in die nächste Phase

Die Halbzeit eines innovativen Projektes ist erreicht: Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst und die Projektleiterin Prof. Dr. Renate Zimmer überreichten die Zertifikate der Fortbildung „Vom Greifen zum Begreifen – Entwicklungsförderung durch Bewegung“ an Erzieherinnen und Tagesmütter, die erfolgreich an einer  Weiterqualifizierung im Rahmen eines Projektes der Universität Osnabrück teilgenommen haben. Die Absolventinnen bieten nun in den nächsten  Monaten Fortbildungen mit dem Schwerpunkt der frühkindlichen Bewegungserziehung in Osnabrück Stadt und dem Landkreis an. Die Fortbildungen richten sich dabei an aktive Tagesmütter und– väter. Das Niedersächsische Sozialministerium fördert das Projekt aus dem Landesprogramm „Familien mit Zukunft“.

„Wir freuen uns so motivierte und engagierte Multiplikatorinnen ausgebildet zu haben, die sich nun in der Weiterbildung von Tagesmüttern und– vätern als Referenten betätigen. Die eigene Bewegungsfreude der Multiplikatorinnen wirkt sehr ansteckend.“, erklärte Prof. Zimmer.

„ Gut ausgebildete Tagespflegepersonen können Eltern nicht nur wirksam entlasten, sondern auch die so wichtige frühkindliche Entwicklung von Kindern unterstützen“, so die Staatssekretärin.Frau Dr. Hawighorst. „Die Qualifizierung von Tagespflegepersonen hat deshalb für uns einen hohen Stellenwert“. Eine Weiterführung des Projektes und Ausweitung auf andere Regionen Niedersachsens wird angestrebt.

Organisatorisch werden die Fortbildungsmaßnahmen durch das Familien– und Kinder – Servicebüro der Stadt Osnabrück und der VHS– Osnabrück Land unterstützt. Schon Mitte September starten die ersten Fortbildungsreihen der frisch zertifizierten Multiplikatorinnen. „ Bewegung ist der Motor kindlichen Lernens. Bewegungsanlässe und –gelegenheiten so zu gestalten, dass sie in der Praxis im täglichen Zusammenleben mit den Kindern umgesetzt werden können, ist unser Ziel“, so Prof. Zimmer von der Universität Osnabrück. Die Arbeitsbedingungen von Tagesmüttern und– vätern dabei einzubeziehen und Bewegungsanregungen in den Alltag zu integrieren stellt einen wesentlichen Baustein des Projektes dar.

Gruppenfoto der Fortbildung im Rahmen des Modellprojektes Vom Greifen zum Begreifen

Verbundprojekt Geschlechter – Wissen – Macht – Körper.

Verbundprojekt „Geschlechter – Wissen – Macht – Körper. Eine interdisziplinäre Verbundforschung zur geschlechtsbezogenen Körper- und Bewegungssozialisation in der Kindheit unter besonderer Berücksichtigung sozialer und ethnischer Kategorien“

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Ina Hunger (Verbundsprecherin)
  • Prof. Dr. Renate Zimmer
  • Prof. Dr. Michael Mutz

Projektmitarbeiterinnen:

  • Marina Kuhr
  • Anna Ransiek
  • Rosa Exner
  • Peggy Albrecht

Drittmittelprojekt gefördert durch das Programm „Geschlecht-Macht-Wissen“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

Obgleich die Kindheit aus multidisziplinärer Perspektive als grundlegend für die Herausbildung geschlechtsbezogener „Identität“ gilt, wurde die Lebensphase Kindheit im Kontext der Genderforschung theoretisch und empirisch bislang wenig beachtet. Dies gilt insbesondere für den thematischen Bereich „Körper und Bewegung“: Die Beziehung zwischen Geschlecht und Körper(praktiken) wird zwar über Disziplingrenzen hinweg als untrennbar postuliert, eine empirische Annäherung daran, wie und in welchen kulturell je spezifischen sozialen Bewegungspraktiken die Geschlechterverhältnisse in der Kindheit einschlägig vorstrukturiert werden, war jedoch bislang nur selten Gegenstand (internationaler) Genderforschung. An dieser Stelle, an der geschlechtsbezogenen Körper- und Bewegungssozialisation von Kindern, setzt die Verbundforschung an.
Die Gesamtstudie hat zum Ziel, die bei Kindern und Eltern verinnerlichten geschlechtsbezogenen Normalitätsvorstellungen im Kontext von Bewegung und Körper zu explorieren und die familialen sozialen Praktiken zu analysieren, im Rahmen derer typischerweise körper- und bewegungsbezogene Differenzen vorstrukturiert, ausdifferenziert oder gefestigt werden. Sie nähert sich im Rahmen von drei triangulierten Teilstudien den Deutungsmustern und sozialen Bewegungspraxen mit Hilfe ethnografisch-qualitativer Verfahren und erfasst darüber hinaus mit quantitativ messenden Methoden die Bewegungsaktivitäten von Jungen und Mädchen im Alltag selbst.

Ethnografische Annäherungen an familiale körperbezogene Praktiken sowie normative Diskurse von Eltern unter dem Fokus „Geschlecht“

Leitung: Prof. Dr. Ina Hunger (Verbundsprecherin)
Professur für Sportpädagogik/-didaktik,
Georg-August-Universität Göttingen

(1) Das erste Teilprojekt hebt auf die geschlechtsbezogene Körper- und Bewegungssozialisation von Kindern (6-10 Jahre) ab, indem es danach fragt, welche Rolle das Geschlecht des Kindes in Bezug auf die von den Eltern vorstrukturierten Körperpraktiken und Bewegungsaktivitäten spielt und inwiefern damit den Kindern unterschiedliche Lern- und Erfahrungsgelegenheiten geschlechtsgebunden eröffnet werden. Die Studie setzt zum einen an den Eltern an. Sie rekonstruiert mit Hilfe qualitativer Interviews deren normative Diskurse sowie deren implizite – quasi in den kindbezogenen Körper- und Bewegungspraktiken eingelassenen – geschlechtsbezogene Konstruktionen. Auf der Basis ethnografischer Beobachtungen und Feldgespräche beschreibt sie zum anderen die (kulturell je spezifischen) sozialen Praktiken, innerhalb derer Körper und Geschlecht in der Kindheit thematisiert werden.

Quantitative Erfassung kindlicher Bewegungsaktivitäten unter dem Fokus Geschlecht im Kontext ethnisch-kultureller Milieus

Leitung: Prof. Dr. Michael Mutz
Juniorprofessur für Sportsoziologie,
Georg-August-Universität Göttingen

(2) Das zweite Teilprojekt befasst sich mit Geschlechterdifferenzen in den alltäglichen Sport-, Spiel- und Bewegungsaktivitäten von Kindern. Das Spiel-, Sport- und Bewegungsverhalten der Kinder wird hier im Hinblick auf Umfänge, Intensitäten, Inhalte, Kontexte, Sinnperspektiven sowie ihren „Bewegungsradius“ im sozialräumlichen Umfeld mit verschiedenen objektiv messenden Verfahren aufgezeichnet sowie mit kindgerechten strukturierten Interviews erhoben. Die quantitativen Daten erlauben einerseits eine vielschichtige Beschreibung der Geschlechterdifferenzen in den Bewegungsaktivitäten von Kindern, andererseits eine Differenzierung dieser Unterschiede nach sozialen und ethnisch-kulturellen Bedingungen des Aufwachsens.

Wissenssoziologische Studie zu geschlechtsbezogenen Zuschreibungsprozessen von Jungen und Mädchen unter dem Fokus Körper, Bewegung und hierarchische Beziehung

Leitung: Prof. Dr. Renate Zimmer
Professur für Sportwissenschaft,
Universität Osnabrück

(3) Das dritte Teilprojekt hebt auf den altersbezogenen Verlauf von geschlechtsbezogenen „Einstellungen“ und „Praktiken“ im Kontext von Körper und Bewegung ab, betont hierbei das (hierarchische) Verhältnis der Geschlechter zueinander und setzt unmittelbar an den geschlechtsbezogenen Zuschreibungsmustern und individuellen Bewegungshandlungen von Kindern an. Interviewt werden Jungen und Mädchen, die von der dieses Teilprojekt bearbeitenden Wissenschaftlerin bereits vor ca. vier Jahren unter der Fragestellung der Bewegungssozialisation untersucht wurden und bei denen sich die jeweilige (empirisch basierte) Typik im Rekurs auf ausgewählte Themen als relevant herausgestellt hat. Das besondere Potenzial dieser zeitversetzten vergleichenden Untersuchung liegt also in der biografischen Dimension von geschlechtsbezogenen Konstruktionen und Bewegungspraktiken innerhalb der Lebensphase Kindheit und macht (im Ansatz) eine theoretische Konzeptualisierung der Verschränkung zwischen „age“ und „gender“ möglich.

http://www.mwk.niedersachsen.de/aktuelles/presseinformationen/niedersachsen-staerkt-die-geschlechterforschung-130163.html

Psychomotorische Förderkonzepte

 

In diesem Forschungsbereich werden insbesondere die Bedeutung von Körpererfahrungen für den Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes und das Erleben von Selbstwirksamkeit untersucht. Im Vordergrund steht die Ermittlung von Wirkfaktoren einer psychomotorischen Förderung.

Weitere Forschungsfragen:

  • Diagnostik des Selbstkonzeptes auf der Basis der Präferenzen der Schwierigkeitsgrade motorischer Aufgaben
  • Vermittlung und Bewusstmachung von Selbstwirksamkeitserfahrungen in Bewegungssituationen
  • Evaluation der Förderangebote auf personaler und körperlich-motorischer Ebene.

Projekte:

Frühkindliche Entwicklungs- und Moto-Diagnostik

 

Die Entwicklungs- und Motodiagnostik im frühen Kindesalter bedarf eines Instrumentariums, das auf die Besonderheiten der Altersstufe abgestimmt ist und das eine differenzierte Analyse einzelner motorischer Dimensionen ermöglicht.
Auf der Basis bereits erstellter und etablierter standardisierter Testverfahren zur Erfassung des motorischen Entwicklungsstandes vier- bis sechsjähriger Kinder (MOT 4-6; Zimmer & Volkamer, 1987) bzw. vier- bis achtjähriger Kinder (MOT 4-8 Screen; Zimmer, in Druck) werden sich künftige Forschungsarbeiten weiterhin mit der quantitativen und qualitativen Diagnostik motorischer und psychomotorischer Variablen befassen. Das frühe Erkennen von motorischen Auffälligkeiten und Defiziten ist Voraussetzung für die Erstellung psychomotorischer Förderpläne.
Dazu dienen:
  • die Weiterentwicklung vorhandener Beobachtungsskalen zur motorischen Entwicklung und zur Erfassung motorischer Fähigkeiten
  • die Entwicklung von Verfahren zur Beobachtung und Dokumentation motorischen Verhaltens von Kleinkindern
  • die Entwicklung von Verfahren zur quantitativen und qualitativen Diagnostik motorischer und psychomotorischer Variablen und zur differenzierten Analyse motorischer Dimensionen
  • Planung eines psychomotorischen Instruments zur Einschätzung des Selbstkonzepts von Kindern
  • Maßnahmen zur Testpflege (MOT 4-6), Planung einer Validierungsstudie (MOT 4-8 Screen)

Projekte:

Sprachförderung durch Bewegung

 

Sprachförderung steht heute in Kindergärten bundesweit ganz oben auf der Prioritätenliste der Bildungspolitik. In vielen Bundesländern wurde jedoch festgestellt, dass die Sprachfördermaßnahmen bei den Kindern erst zu spät ansetzen und manchmal auch wenig effektiv sind.

Sprache und Bewegung sind zwei wesentliche Dimensionen der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung, die zwar in ihrer Entwicklung getrennt voneinander betrachtet werden können, die sich gleichzeitig aber in Abhängigkeit voneinander entfalten und sich gegenseitig beeinflussen.

Ein neuer Weg der Sprachförderung, bei dem Bewegungsanlässe für eine systematische Sprachförderung genutzt werden, wird in einem Projekt des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und der Universität Osnabrück erprobt. Dem isolierten Training einzelner Sprachfunktionen wird ein in den Alltag zu integrierendes und von der Körperlichkeit des Kindes ausgehendes Konzept der Sprachförderung entgegengesetzt. Dieses Projekt wird gefördert durch Mittel des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Ein weiteres Teilprojekt, dessen Schwerpunkt auf der Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund liegt, wird von der in Osnabrück ansässigen Bohnenkamp Stiftung unterstützt.

Projekte:

Bewegte (Vor)- Lese und Erzählkultur

 

Der Begriff Literacy ist in den letzten Jahren vermehrt im Kontext von frühkindlichen Bildungsprozessen aufgetreten. Besonders in Anlehnung an die PISA-Studie und damit verbunden an den Internationalen Bildungsvergleich wird den Bereichen der Sprach-, Lese-und Schreibkompetenz immer mehr Bedeutung zugesprochen.

In diesem Forschungsbereich steht die Untersuchung des Zusammenhanges von Bewegung, Sinneswahrnehmung und Sprache mit der Literacy-Entwicklung im Vordergrund. Bewegungsorientierte Anteile lassen sich in fast allen Literacy-Angeboten wiederfinden.

Projekte:

Frühkindliche Bewegungsentwicklung

 

In diesem Forschungsbereich geht es um die Förderung der Bewegungsentwicklung von Kindern im Alter von null bis drei Jahren.

Frühkindliche Entwicklung ist geprägt durch die aktive sinnliche Aneignung der Welt. Frühkindliche Bildung geht von der sinnlichen Erfahrung aus, da in diesem Alter die Sinne ausdifferenziert und in ihrer Funktion aufeinander abgestimmt werden müssen. Die Entwicklung und Differenzierung motorischer Fähigkeiten – der Fortbewegung, des Greifens oder der Koordination von Körperbewegungen – ermöglichen immer differenziertere Wahrnehmungserfahrungen, die die Grundlage des Denkens liefern.
Zur Entfaltung ihrer Entwicklungspotenziale benötigen Kinder eine feinfühlige Begleitung durch erwachsene Bezugspersonen, eine anregende Umgebung und vielfältige Gelegenheiten, die ihnen selbständiges Handeln und produktives Problemlösen ermöglichen.

Durch unterschiedliche Bewegungsangebote werden u.a. kognitive Strukturen gefördert, welche Strategien zur Problemlösung unterstützen.

Projekte: