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Herzlich Willkommen auf der Website von Prof. Dr. Renate Zimmer

Prof. Dr. Renate Zimmer ist Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit“ und Professorin für Sportwissenschaft.

Bis zum 31.03.2016 leitete sie das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Osnabrück.
Renate Zimmer ist Gründungsmitglied des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und leitete die Forschungsstelle Bewegung und Psychomotorik. Vom Zeitpunkt der Gründung (2007) bis 2018 war sie Vorstandsvorsitzende und Direktorin des Instituts.

Renate Zimmer ist Gründerin und Leiterin des Instituts Bewegte Kindheit. Außerdem ist sie als Wissenschaftliche Beraterin unterschiedlicher Institutionen tätig und leitet mehrere Projekte, u. a. die konzeptionelle Begleitung des Bundesprogramms  „Kita-Einstieg – Brücken bauen in frühe Bildung“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

National und international bekannt ist Renate Zimmer durch zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen: Sie hat mehr als 50 Bücher zu den Themen „Entwicklungsförderung“, „Bewegtes Lernen“, „Psychomotorik“, „Bewegung und Sprache“ geschrieben, die in viele Sprachen (u.a. ins Griechische, Koreanische, Chinesische, Finnische, Russische, Polnische) übersetzt wurden.

2007 wurde sie für ihr bildungs– und gesellschaftspolitisches Engagement für Kinder mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.
2010 wählte sie die Zeitschrift ‚Unicum Beruf‘ zur „Professorin des Jahres“.

Kontakt:
Institut Bewegte Kindheit
Tel.: 0170 6725407
E-Mail:
rzimmer@uos.de
und
leitung@bewegtekindheit.de
Postanschrift: Im Hasetal 8
49143 Bissendorf


Vorträge 2021

Eine Auswahl der Vorträge von Frau Prof. Dr. Renate Zimmer  für 2021 können Sie hier einsehen.


Neuerscheinungen

Hier gelangen Sie zu den Neuerscheinigungen.


Aktuelles zu BaSiK und MotorikPlus

Neu erschienen:

MotorikPlus –Beobachtung psychomotorischer Kompetenzen von Kindern im Alltag von Kindertageseinrichtungen

MotorikPlus stellt ein systematisches Verfahren zur Beobachtung der motorischen, sensorischen, sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzen von Kindern vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr dar. Es liegt in zwei Versionen vor:  für Kinder unter drei Jahren (MotorikPlus-U3) und für Kinder über drei Jahren (MotorikPlus-Ü3). Mithilfe von MotorikPlus kann der Prozess der Entwicklung beobachtet und dokumentiert werden.  Neben der qualitativen Auswertung ist auch eine quantitative Auswertung möglich.

MotorikPlus basiert auf einem ganzheitlichen Verständnis von Entwicklung. Bewegungserfahrungen haben eine übergreifende Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden, aber auch für den Erwerb kognitiver, emotionaler und sozialer Kompetenzen.

Das Besondere an MotorikPlus ist das unmittelbare Ineinandergreifen von Beobachtung und Entwicklungsbegleitung bzw. Entwicklungsförderung. Praktische Beispiele geben Hinweise für eine bewegungsanregende Gestaltung des pädagogischen Alltags, sie können gleichermaßen  für die Beobachtung der jeweiligen Kompetenzen genutzt werden.

Wenn Sie Informationen zu Fortbildungsveranstaltungen zur Einführung von MotorikPlus suchen richten Sie bitte eine Mail an:  leitung@bewegtekindheit.de

Verlag Herder, Freiburg (2021)
Manual: 120 Seiten, € 20,-
Protokollbögen: 10 Bögen U3, € 10,-
Protokollbögen: 10 Bögen Ü3, € 10,-

 „BaSiK“ – Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen

BaSiK ist ein standardisiertes Beobachtungsverfahren, das einen umfassenden Überblick über die sprachlichen Kompetenzen von Kindern vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr gibt. Es liegt in zwei Versionen vor, für Kinder unter drei Jahren (BaSiK-U3) und für Kinder über drei Jahren (BaSiK–Ü3), außerdem enthält es besondere Auswertungsmöglichkeiten für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache. Mit Hilfe von BaSiK kann der Prozess der sprachlichen Entwicklung beobachtet und dokumentiert werden. Neben der qualitativen Auswertung ist auch eine quantitative Auswertung möglich. BaSiK basiert auf einem umfassenden Verständnis von Sprache, die Beobachtung erfolgt in authentischen, für das Kind sinnvollen Situationen. Das Besondere an BaSiK ist auch das unmittelbare Ineinandergreifen von Beobachtung und Sprachbildung bzw. Sprachförderung. Exemplarische Sprachbildungssituationen knüpfen an die Beobachtungen an und geben Hinweise für eine sprachanregende Gestaltung des pädagogischen Alltags.

Verlag Herder, Freiburg (2021)
Manual: 120 Seiten, € 20,-
Protokollbögen: 10 Bögen U3, € 10,-
Protokollbögen: 10 Bögen Ü3, € 10,-

Der Einsatz von BaSiK hat sich in den letzten Jahren bundesweit in vielen Kindertageseinrichtungen etabliert und bewährt. Viele Einrichtungen suchen ausgebildete BaSiK-Referent*innen für Teamschulungen. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, sind Multiplikator*innen für die Vermittlung von BaSiK ausgebildet worden.

Neben den bereits zertifizierten BaSiK-Multiplikator*innen aus NRW sind folgende Fachkräfte bereit, Fortbildungen auf Anfrage auch überregional durchzuführen:

Übersicht zertifizierter Multiplikator*innen

Wenn Sie an einer Online-Fortbildung zu BaSiK interessiert sind wenden Sie sich bitte an: leitung@bewegtekindheit.de


Der Kongress Bewegte Kindheit

Liebe Teilnehmer*innen des Kongresses Bewegte Kindheit

Gemeinsam haben wir es geschafft – fast ein halbes Jahr hat der Kongress Bewegte Kindheit gedauert, nun ist er zu Ende gegangen. Und insgesamt können wir sagen: Erfolgreich! Mit vereinten Kräften haben wir aus den geplanten 3 Tagen in Osnabrück eine Online-Veranstaltung gemacht – der längste Kongress, den wir je hatten. Es war zunächst ein Abenteuer, ob es uns gelingen würde eine Tagung dieser Größenordnung in ein digitales Format zu bringen. Das war ein Wagnis für unser kleines Organisationsteam, für die Referentinnen und Referenten, die ihre Beiträge komplett verändern mussten, für die Teilnehmer*innen, die nicht wussten ob sie auch technisch mit dem neuen Angebot zurechtkommen würden.

120 Beiträge, fast 2000 Teilnehmer*innen, mehr als 40.000 Seitenaufrufe aus aller Welt – das ist in der heutigen schwierigen Zeit eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen, dass das Wagnis gelungen ist. Natürlich fehlte uns allen die fröhliche Atmosphäre in der OsnabrückHalle, die ansteckende Begeisterung bei den Workshops und Vorträgen, die persönlichen Begegnungen, Gespräche und Diskussionen, aber in der aktuellen Situation war es doch eine gute, ja sogar die einzige Möglichkeit, zumindest am Thema zu bleiben und sich mit den langfristig vorbereiteten Themen zu befassen.
Wir sind  dankbar über die vielen positiven Rückmeldungen, die uns auch jetzt immer noch erreichen.

Dieser Kongress hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, auch in schwierigen Zeiten neue Wege zu gehen, neue Möglichkeiten zu nutzen um in Verbindung zu bleiben und sich fachlich weiterzubilden und auszutauschen.

Mein besonderer Dank gilt allen, die den Kongress mitgetragen haben:

• Meinem kleinen Kongressteam, das sich auf das Wagnis eingelassen hat: Marita Werner, Anna Scherf, Sonja Imsiepen, Lorene Menze,

• den Referentinnen und Referenten, die spontan bereit waren, ihre Beiträge auf ein digitales Format zu übertragen,

• den Kooperationspartnern, die den Kongress unterstützt haben,

• den Firmen der Fachausstellung, die auch bei dem digitalen Format dabeigeblieben sind,

• dem Virtuos (das Zentrum für digitale Lehre an der Uni Osnabrück), das die technische Umsetzung möglich machte

• und schließlich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die das Angebot des Kongresses angenommen haben.

Über unsere Homepage www.bewegtekindheit.de informieren wir Sie weiterhin über aktuelle Kongressentwicklungen.

Bleiben wir in Verbindung – und bleiben Sie gesund.

Prof. Dr. Renate Zimmer


11. Osnabrücker Kongress „Bewegte Kindheit“

Der 11. Osnabrücker Kongress „Bewegte Kindheit“ sollte vom 19. bis 21. März 2020 stattfinden. Mit 3000 Anmeldungen war der Kongress seit Monaten ausgebucht. Aufgrund der Corona–Pandemie musste er leider sehr kurzfristig abgesagt werden. Auch der ursprünglich für Oktober vorgesehene Alternativtermin hat sich als nicht realisierbar erwiesen, da auch zu diesem Zeitpunkt Veranstaltungen in größerem Rahmen voraussichtlich nicht genehmigt werden.  Um die Teilnehmer*innen dennoch an der thematischen und fachlichen Vielfalt des Kongresses teilhaben zu lassen, haben wir uns entschlossen, den Kongress in einem Online-Format durchzuführen und dabei einen längeren Zeitraum für den Abruf der Veranstaltungen vorzusehen.

Der Kongress „Bewegte Kindheit“ wird im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Oktober 2020 in digitaler Form stattfinden.
Neu: Aufgrund der großen Nachfrage haben wir den Zeitraum des Kongresses bis zum 15.12.2020 verlängert.

Sehen Sie sich hier eine Video-Botschaft von Frau Prof. Dr. Zimmer an:


Kita-Fachtag Baden-Württemberg  „Qualität bewegt“

06.03.2020, Stuttgart

Der Fachtag wurde vom Kultusministerium Baden-Württemberg veranstaltet. Er sollte aufzeigen, wie durch gezielte Maßnahmen im frühkindlichen Bereich im Rahmen des „Pakts für gute Bildung und Betreuung“ und  des „Gute-Kita-Gesetzes“  die Bildungschancen von Kindern im Land BW nachhaltig verbessert werden können und sollen.

Die Tagung wurde von der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann eröffnet, 600 pädagogische Fachkräfte, Kita-Leitungen und Vertreter der frühkindlichen Bildung aus Politik, Trägerverbänden, Fachberatungen und Ausbildungseinrichtungen nahmen teil. Ein Schwerpunkt der Vorträge und Foren war die Bedeutung von Bewegung für die frühkindliche Bildung. Prof. Dr. Renate Zimmer hielt den Impulsvortrag „Bewegung – Voraussetzung für Bildung und Gesundheit“.

 


Internationales Symposium zur Psychomotorik in Athen/Griechenland

9.11.2019, Athen, Griechenland

Am 9.11.2019 fand in Athen ein Internationales Symposium zur Psychomotorik  statt, an dem 200 pädagogische und therapeutische Fachkräfte aus Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Universitäten teilnahmen. Die Tagung wurde organisiert vom griechischen Verband für Psychomotorik unter der Leitung von Christina Sypsa und Prof. Dr. Antonis Kambas.

Frau Prof. Dr. Renate Zimmer hielt den Eröffnungsvortrag –„Psychomotorik – Entwicklungsförderung durch Bewegung.

Prof. Dr. Antonis Kambas, Ass. Prof. Dr. Fotini Venetsanou, Prof. Dr. Renate Zimmer, Christina Sypsa, 1. Vorsitzende des griechischen Verbandes für Psychomotorik, Kostas Soutos, Sport-Direktor der griechisch-deutschen Schule

Internationale Konferenz EECERA
(European Early Childhood Education Research Association)

20.-23. August 2019, Thessaloniki, Griechenland

Auch in diesem Jahr nahm die Arbeitsgruppe „Bewegte Sprache“ an der Internationalen Konferenz der EECERA teil und präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse. Die diesjährige Internationale Konferenz der EECERA fand im August 2019 an der Aristoteles Universität in Thessaloniki in Griechenland statt.

Das Symposium unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Renate Zimmer hatte das Thema: ”Connecting motor and language skills – concepts and effects of movement-based kindergartens and in parental settings“.

Carolin Machens und Peter Keßel stellten die Ergebnisse aus unterschiedlichen Forschungsprojekten vor.


„Wir machen die Musik!“
wird 10 Jahre alt

Osnabrück, 14. März 2019

Vor zehn Jahren gab die niedersächsische Landesregierung den Startschuss für das bundesweit einzigartige musikalische Bildungsprogramm „Wir machen die Musik!“. Dank der Finanzierungspartnerschaft von Land, Kommunen und Landkreisen sowie durch Beiträge örtlicher Träger, Eltern und Sponsoren ist es gelungen, dauerhafte Bildungsangebote von Musikschulen in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen zu etablieren.

Das wichtigste Ziel von „Wir machen die Musik!“, möglichst vielen Kindern frühzeitig und unabhängig von ihrer sozialen, wirtschaftlichen und ethnischen Herkunft kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, wurde eindrucksvoll erreicht: Bisher konnten rund 300.000 Kinder an Musikschulangeboten in mehr als 700 Kitas und in über 450 Grundschulen teilnehmen und so die Welt der Musik für sich entdecken.

Das zehnjährige Bestehen des Musikalisierungsprogramms feierte der Landesverband niedersächsischer Musikschulen mit vielen Gästen aus Politik, Kultur und Bildung am 14.03.19 mit einem Festakt in Osnabrück.

Frau Prof. Dr. Renate Zimmer mit Frau Anette Meyer zu Strohen, Mitglied des niedersächsischen Landtages, Herrn Björn Thümler, dem niedersächsischen Minister für Wirtschaft und Kultur, und Herrn Burkhard Jasper, Mitglied des niedersächsischen Landtages.


Didacta

Köln, 20.02.2019

Renate Zimmer hielt am 20.02.19 den Auftaktvortrag im Rahmen der Kita-Seminare bei der diesjährigen Didacta in Köln.

Das Thema „Sozial-emotionale Kompetenzen erwerben – Kindern Teilhabe an der Gemeinschaft ermöglichen“ zog viele Interessenten an. Über 500 pädagogische Fachkräfte konnten teilnehmen – der größte Vortragssaal war bis auf den letzten Platz besetzt.


Besuch des Bewegungskindergartens Ravensberger Weg in Troisdorf

Troisdorf, 18.02.2019

Renate Zimmer besuchte zusammen mit einer chinesischen Delegation die städtische Kita am Ravensberger Weg in Troisdorf. Die Kita ist seit langem als Bewegungskindergarten zertifiziert und hat den Schwerpunkt Bewegung, Entspannung und Ernährung.

18_02_18_Besuch BewegungsKita in Troisdorf


Im nifbe endet eine Ära

24. August 2018

Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer scheidet aus dem Amt

Über zehn Jahre lang war Prof. Dr. Renate Zimmer das Gesicht des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und hat es von Anfang an entscheidend geprägt. Nun scheidet sie als Vorstandsvorsitzende und Direktorin des nifbe aus dem Amt, bleibt dem Institut aber noch weiterhin als wissenschaftliche Beraterin und als Projektleiterin erhalten.

„Renate Zimmer hat nicht nur über Jahrzehnte hinweg die frühkindliche Bildung auf nationaler wie internationaler Ebene geprägt, sondern mit ihrer unvergleichlichen Energie auch das nifbe zu einer Erfolgsgeschichte gemacht“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. Bundesweit sei das nifbe „ein Vorzeigemodell für die enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis“ und bilde in Niedersachsen einen wichtigen Baustein für die weitere Professionalisierung des Feldes der frühkindlichen Bildung und Entwicklung.

„nifbe zu einer Erfolgsgeschichte gemacht“

Renate Zimmer war von 1981 bis 2016 als Professorin für Sportwissenschaft im Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück tätig und machte sich auf nationaler wie internationaler Ebene durch zahllose Forschungsprojekte und Publikationen einen Namen. Schon zu Zeiten, als die frühkindliche Bildung noch als „Karrierekiller“ galt, widmete sie sich als Sport- und Erziehungswissenschaftlerin dieser mit unermüdlichem Engagement und zeigte das Potenzial der Bewegung als Schnittstelle zur sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzentwicklung oder auch zuletzt zur Sprachbildung auf. Dabei blieb sie nicht auf der Forschungsebene stehen, sondern sorgte gleichzeitig durch Modellprojekte, durch Bücher wie „Toben macht schlau“ und eine rege Vortragstätigkeit für den Transfer ihrer Ergebnisse in die Praxis der KiTas und Grundschulen. Zu einem Aushängeschild wurde auch der von ihr initiierte und geleitete Kongress „Bewegte Kindheit“, der 1991 zum ersten Mal stattfand und sich mit zuletzt über 3.000 TeilnehmerInnen und über 170 Vorträgen, Seminaren und Workshops zu dem bundes- und wohl auch europaweit größten Kongress zur frühkindlichen Bildung entwickelte. 2007 wurde Renate Zimmer für ihr Engagement im frühkindlichen Bereich so auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Als eine der renommiertesten Frühpädagoginnen in Niedersachsen und weit darüber hinaus übernahm Prof. Dr. Renate Zimmer dann in dem ebenfalls 2007 gegründeten nifbe eine Doppelrolle als Vorstandsvorsitzende und als Leiterin der Forschungsstelle Bewegung und Psychomotorik.

Impulsgeber für die frühkindliche Bildung

Schnell konnte sich das nifbe unter ihrer Leitung als wichtiger Impulsgeber für die frühkindliche Bildung und Entwicklung in Niedersachsen etablieren. Eine erste Evaluation 2011 bescheinigte dem innovativ aufgestellten Institut so auch „eine hohe Ausstrahlung im Land Niedersachsen, aber auch bereits bundesweit“. Kontinuierlich entwickelte Prof. Dr. Renate Zimmer gemeinsam mit ihren VorstandskollegInnen und dem interdisziplinären Team das nifbe und dessen zentralen Standbeine „Forschung“, „Vernetzung“ und „Transfer“ weiter und sorgte in den Verhandlungen mit dem Land für die entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen. Erfolgreich hat sie das nifbe allerdings auch durch manche politische Klippen und Untiefen geführt – so, als unter der rot-grünen Landesregierung im Jahr 2015 die Existenz des nifbe auf dem Spiel stand. Erst nach öffentlichen Protesten und einer Vielzahl von „UnterstützerInnen“-Briefen und ExpertInnen-Statements sowie nach intensiver fachlicher und politischer Auseinandersetzung konnte das nifbe schließlich „im Kern“ gerettet und ab 2016 in neuer Struktur weitergeführt werden.

Als Vorstandsvorsitzende war Prof. Dr. Renate Zimmer auch in der Akquise von Drittmittelprojekten für das nifbe sehr erfolgreich – so hat beispielsweise eine Arbeitsgruppe unter ihrer Leitung von 2014 – 2018 das Land Nordrhein-Westfalen bei der Neuausrichtung der Sprachbildung und Sprachförderung unterstützt, und seit 2017 begleitet eine nifbe-Arbeitsgruppe das Bundesprogramm „KiTa-Einstieg“ wissenschaftlich-konzeptionell.

Rückblickend bringt die langjährige Vorstandskollegin und nifbe-Forschungsstellenleiterin Prof. Dr. Claudia Solzbacher das Erfolgsgeheimnis von Prof. Dr. Renate Zimmer auf den Punkt: „Niemals aufgeben, zur Not die Nacht zum Tag machen und kompromisslos für die eigenen Überzeugungen einstehen.“

Dr. Karsten Hermann, nifbe


Projekt „Handlungsorientierte Zugänge zur Sprache“

Entwicklung eines Konzepts zur Sprachförderung geflüchteter Kinder

Seit Mai 2018 erarbeitet die nifbe-Arbeitsgruppe „Bewegte Sprache“ unter der Leitung von Professor Dr. Renate Zimmer ein Konzept zur Sprachförderung für geflüchtete Kinder und ihre Eltern, in dem über handlungsorientierte Methoden der Zugang zu den Kindern und ebenso der Zugang zur Sprache unterstützt wird.

Mit dem vom MWK (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) geförderten Projekt soll ein Format entwickelt werden, das möglichst früh (Kinder unter drei Jahren) und intensiv Impulse für den Erwerb der deutschen Sprache setzt und flexibel auf die Lebenssituation der Kinder eingeht. Bewusst sollen die Eltern als Sprachvorbilder und wichtige Beziehungspersonen miteinbezogen werden, hierbei vor allem die Mütter, da insbesondere für geflüchtete Mütter von noch nicht schulpflichtigen Kindern oftmals der Zugang zu (Sprach-) Bildungsangeboten erschwert ist.

Exemplarisch wird das Konzept in einer Gruppe von Kindern von 1 bis 3 Jahren und ihren Eltern in enger Kooperation mit der Kita und Gemeinde Heiligkreuz im Osnabrücker Stadtteil Schinkel erprobt.

In einem nächsten Schritt soll das entwickelte und erprobte Konzept an weiteren Standorten in Niedersachsen bekannt gemacht und umgesetzt werden. Grundlage hierfür stellt eine nachhaltige und praxisnahe Vermittlung des notwendigen Know-hows für die Planung und Umsetzung des handlungsorientiert und niedrigschwellig gestalteten Angebots an interessierte Gruppenleitungen und Fachkräfte, die sich dem Sprach- und Deutschlernen von nach Deutschland geflohenen Familien und ihren Kleinstkindern widmen möchten. Entsprechende Fortbildungsveranstaltungen sind ab Frühjahr/Sommer 2019 geplant.


Kultusminister Grant Hendrik Tonne besucht nifbe

4. Juni 2018

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat am heutigen Montag das „Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung“ (nifbe) in Osnabrück besucht und sich mit Vorstand und Geschäftsführung ausgetauscht. Gesprächsschwerpunkte waren die Beitragsfreiheit im Kindergarten, die alltagsintegrierte Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen und die Reform der Erzieherausbildung. „Das Augenmerk der Landesregierung liegt auf der Stärkung der frühkindlichen Bildung und Betreuung in Niedersachsen. Deshalb haben wir bereits viele Schritte unternommen, die notwendig sind, um Niedersachsen zum Kita-Land Nummer 1 zu machen. Das nifbe ist dabei ein wichtiger eigenständiger Baustein zur weiteren Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen“, sagte Tonne. Nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer und nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka erläuterten dem Minister die aktuellen Ziele und Aktivitäten des nifbe. Grundsätzliches Ziel des nifbe sei der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Konzepten in die Kita-Praxis und die landesweite interdisziplinäre Vernetzung der Akteure im Feld. „Das nifbe hat sich als leistungsstarkes Bindeglied zwischen Forschung und Praxis aufgestellt“, resümierten sie.


Kultusminister Grant Hendrik Tonne (l.) mit nifbe-Direktorin
Prof. Dr. Renate Zimmer und nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka

Zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2018 müssen die Eltern von Kindern im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung keine Kindergartenbeiträge mehr bezahlen. Die Kommunen erhalten als Ausgleich für die entgangenen Elternbeiträge eine Summe von rund 1,4 Milliarden Euro bis 2022. In dem Pakt weiter enthalten sind ein „Härtefall-Fonds“ für Kommunen, die trotz des Ausgleichs über die Erhöhung der Finanzhilfe von 20 % auf 55 % und aufsteigend auf 58 % unter Einnahmeausfällen leiden. Weiter erhalten Träger zusätzlich Gelder als Ausgleich für Tarifsteigerungen der Beschäftigten in Kindertagesstätten, Regelungen zur Freistellung von Beiträgen in der Kindertagespflege sowie Mittel für Qualitätsverbesserungen und Investitionen im Kita-Bereich. Tonne: „Damit gehen wir einen großen Schritt in Richtung gebührenfreier Bildung in Niedersachsen. Beitragsfreiheit und Qualitätsverbesserungen sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.“

Ein weiterer Punkt, der im nifbe erörtert wurde, war die Stärkung des Bildungsauftrages der Kindertageseinrichtungen durch die alltagsintegrierte Sprachförderung. Diese soll ab dem neuen Kindergartenjahr gesetzlich verankert und damit nachhaltig gestärkt werden. Dafür und für die differenzierte Förderung von Kindern mit besonderem Bedarf im letzten Jahr vor der Einschulung stellt das Land zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 32,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die vorschulische Sprachförderung soll damit zukünftig von Fachkräften in Kindertagesstätten durchgeführt werden. Nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer begrüßte diese Maßnahme, da hiermit „der überfällige Schritt von einer additiven zur alltagsintegrierten Sprachförderung“ gegangen werde. Die Verlagerung dürfe allerdings nicht zu einer Mehrbelastung der pädagogischen Fachkräfte in der Kita führen. Notwendig seien auch landesweite Qualifizierungsangebote für die alltagsintegrierte Sprachförderung und -beobachtung. An dieser Stelle wies Prof. Dr. Renate Zimmer darauf hin, dass das nifbe in Nordrhein-Westfalen die alltagsintegrierte Sprachförderung und -beobachtung über MultiplikatorInnen-Fortbildungen flächendeckend eingeführt habe.

Nifbe-Pressesprecher Dr. Karsten Herrmann stellte dem Minister die aktuelle landesweite Qualifizierungsinitiative des nifbe unter dem Titel „Vielfalt leben und erleben!“ vor. „Der Umgang mit einer zunehmenden gesellschaftlichen individuellen, sozialen und kulturellen Vielfalt ist derzeit sicherlich eine der größten bildungspolitischen Herausforderungen“, erläuterte Herrmann. Entsprechend biete das nifbe für Kitas drei kostenlose Qualifizierungsformate an – Inhouse-Schulungen, Leitungscoaching und sozialräumliche Maßnahmen. Dafür hat das nifbe ein fachliches Grundlagenpapier entwickelt und ReferentInnen qualifiziert.

Große Einigkeit bestand darin, dass der „Niedersachsen-Plan“ für eine Reform der Erzieherausbildung eine gute Grundlage dafür ist, mehr Fachpersonal für Kindertageseinrichtungen zu gewinnen. Dieser enthalte Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Ausbildung und des Berufes. Wichtig sei, dass die Ausbildung nach wie vor auf einem hohen fachlichen Niveau stattfinde. Die Vorschläge für dualisierte Elemente durch die Ausbildung zum/zur Sozialpädagogischen Assistenten/in und zum/zur Erzieher/in ab dem neuen Schuljahr auch in Teilzeit, gehe in die richtige Richtung.

Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Kultusministerium / nifbe