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Prof. Dr. Renate Zimmer

Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit“ und Professorin für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Osnabrück
von 2007 bis 2018 Direktorin des Niedersächsischen Instituts für Frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)
Gründerin der Initiative „Bewegte Kindheit“
Wissenschaftliche Beraterin und Projektleiterin

Vorträge 2018

Eine Auswahl aktueller Vorträge für 2018 können Sie hier einsehen.

Aktuelle Beiträge

Internationale Konferenz EECERA
(European Early Childhood Education Research Association)

28.-31. August 2018, Budapest, Ungarn

Regelmäßig nimmt die Arbeitsgruppe  „Bewegte Sprache“ an den Internationalen Konferenzen der EECERA teil und präsentiert hier ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Die diesjährige Internationale Konferenz der EECERA fand im August 2018 in Budapest statt.

Das Symposium unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Renate Zimmer hatte das Thema: ”Embodied learning – How perceptual and movement experiences support the development of basic skills within the motor, language and social domain during infancy and toddlerhood ”.

Prof. Dr. Nadine Madeira Firmino, Carolin Machens und Peter Kessel stellten die Ergebnisse aus unterschiedlichen Forschungsprojekten vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im nifbe endet eine Ära

24. August 2018

Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer scheidet aus dem Amt

Über zehn Jahre lang war Prof. Dr. Renate Zimmer das Gesicht des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und hat es von Anfang an entscheidend geprägt. Nun scheidet sie als Vorstandsvorsitzende und Direktorin des nifbe aus dem Amt, bleibt dem Institut aber noch weiterhin als wissenschaftliche Beraterin und als Projektleiterin erhalten.

„Renate Zimmer hat nicht nur über Jahrzehnte hinweg die frühkindliche Bildung auf nationaler wie internationaler Ebene geprägt, sondern mit ihrer unvergleichlichen Energie auch das nifbe zu einer Erfolgsgeschichte gemacht“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. Bundesweit sei das nifbe „ein Vorzeigemodell für die enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis“ und bilde in Niedersachsen einen wichtigen Baustein für die weitere Professionalisierung des Feldes der frühkindlichen Bildung und Entwicklung.

„nifbe zu einer Erfolgsgeschichte gemacht“

Renate Zimmer war von 1981 bis 2016 als Professorin für Sportwissenschaft im Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück tätig und machte sich auf nationaler wie internationaler Ebene durch zahllose Forschungsprojekte und Publikationen einen Namen. Schon zu Zeiten, als die frühkindliche Bildung noch als „Karrierekiller“ galt, widmete sie sich als Sport- und Erziehungswissenschaftlerin dieser mit unermüdlichem Engagement und zeigte das Potenzial der Bewegung als Schnittstelle zur sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzentwicklung oder auch zuletzt zur Sprachbildung auf. Dabei blieb sie nicht auf der Forschungsebene stehen, sondern sorgte gleichzeitig durch Modellprojekte, durch Bücher wie „Toben macht schlau“ und eine rege Vortragstätigkeit für den Transfer ihrer Ergebnisse in die Praxis der KiTas und Grundschulen. Zu einem Aushängeschild wurde auch der von ihr initiierte und geleitete Kongress „Bewegte Kindheit“, der 1991 zum ersten Mal stattfand und sich mit zuletzt über 3.000 TeilnehmerInnen und über 170 Vorträgen, Seminaren und Workshops zu dem bundes- und wohl auch europaweit größten Kongress zur frühkindlichen Bildung entwickelte. 2007 wurde Renate Zimmer für ihr Engagement im frühkindlichen Bereich so auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Als eine der renommiertesten Frühpädagoginnen in Niedersachsen und weit darüber hinaus übernahm Prof. Dr. Renate Zimmer dann in dem ebenfalls 2007 gegründeten nifbe eine Doppelrolle als Vorstandsvorsitzende und als Leiterin der Forschungsstelle Bewegung und Psychomotorik.

Impulsgeber für die frühkindliche Bildung

Schnell konnte sich das nifbe unter ihrer Leitung als wichtiger Impulsgeber für die frühkindliche Bildung und Entwicklung in Niedersachsen etablieren. Eine erste Evaluation 2011 bescheinigte dem innovativ aufgestellten Institut so auch „eine hohe Ausstrahlung im Land Niedersachsen, aber auch bereits bundesweit“. Kontinuierlich entwickelte Prof. Dr. Renate Zimmer gemeinsam mit ihren VorstandskollegInnen und dem interdisziplinären Team das nifbe und dessen zentralen Standbeine „Forschung“, „Vernetzung“ und „Transfer“ weiter und sorgte in den Verhandlungen mit dem Land für die entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen. Erfolgreich hat sie das nifbe allerdings auch durch manche politische Klippen und Untiefen geführt – so, als unter der rot-grünen Landesregierung im Jahr 2015 die Existenz des nifbe auf dem Spiel stand. Erst nach öffentlichen Protesten und einer Vielzahl von „UnterstützerInnen“-Briefen und ExpertInnen-Statements sowie nach intensiver fachlicher und politischer Auseinandersetzung konnte das nifbe schließlich „im Kern“ gerettet und ab 2016 in neuer Struktur weitergeführt werden.

Als Vorstandsvorsitzende war Prof. Dr. Renate Zimmer auch in der Akquise von Drittmittelprojekten für das nifbe sehr erfolgreich – so hat beispielsweise eine Arbeitsgruppe unter ihrer Leitung von 2014 – 2018 das Land Nordrhein-Westfalen bei der Neuausrichtung der Sprachbildung und Sprachförderung unterstützt, und seit 2017 begleitet eine nifbe-Arbeitsgruppe das Bundesprogramm „KiTa-Einstieg“ wissenschaftlich-konzeptionell.

Rückblickend bringt die langjährige Vorstandskollegin und nifbe-Forschungsstellenleiterin Prof. Dr. Claudia Solzbacher das Erfolgsgeheimnis von Prof. Dr. Renate Zimmer auf den Punkt: „Niemals aufgeben, zur Not die Nacht zum Tag machen und kompromisslos für die eigenen Überzeugungen einstehen.“

 

Projekt „Handlungsorientierte Zugänge zur Sprache“

Entwicklung eines Konzepts zur Sprachförderung geflüchteter Kinder

Seit Mai dieses Jahres erarbeitet die nifbe-Arbeitsgruppe „Bewegte Sprache“ unter der Leitung von Prof. Dr. Renate Zimmer ein Konzept zur Sprachförderung für geflüchtete Kinder und ihre Eltern, in dem über handlungsorientierte Methoden der Zugang zu den Kindern und ebenso der Zugang zur Sprache unterstützt wird.

Mit dem vom MWK (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur) geförderten Projekt soll ein Format entwickelt werden, das möglichst früh (Kinder unter drei Jahren) und intensiv Impulse für den Erwerb der deutschen Sprache setzt und flexibel auf die Lebenssituation der Kinder eingeht. Bewusst sollen die Eltern als Sprachvorbilder und wichtige Beziehungspersonen miteinbezogen werden, hierbei vor allem die Mütter, da insbesondere für geflüchtete Mütter von noch nicht schulpflichtigen Kindern oftmals der Zugang zu (Sprach-) Bildungsangeboten erschwert ist.

Exemplarisch wird das Konzept in einer Gruppe von Kindern von 1 bis 3 Jahren und ihren Eltern in enger Kooperation mit der Kita und Gemeinde Heiligkreuz im Osnabrücker Stadtteil Schinkel erprobt.

 

Kultusminister Grant Hendrik Tonne besucht nifbe

4. Juni 2018

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat am heutigen Montag das „Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung“ (nifbe) in Osnabrück besucht und sich mit Vorstand und Geschäftsführung ausgetauscht. Gesprächsschwerpunkte waren die Beitragsfreiheit im Kindergarten, die alltagsintegrierte Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen und die Reform der Erzieherausbildung. „Das Augenmerk der Landesregierung liegt auf der Stärkung der frühkindlichen Bildung und Betreuung in Niedersachsen. Deshalb haben wir bereits viele Schritte unternommen, die notwendig sind, um Niedersachsen zum Kita-Land Nummer 1 zu machen. Das nifbe ist dabei ein wichtiger eigenständiger Baustein zur weiteren Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen“, sagte Tonne. Nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer und nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka erläuterten dem Minister die aktuellen Ziele und Aktivitäten des nifbe. Grundsätzliches Ziel des nifbe sei der Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Konzepten in die Kita-Praxis und die landesweite interdisziplinäre Vernetzung der Akteure im Feld. „Das nifbe hat sich als leistungsstarkes Bindeglied zwischen Forschung und Praxis aufgestellt“, resümierten sie.


Kultusminister Grant Hendrik Tonne (l.) mit nifbe-Direktorin
Prof. Dr. Renate Zimmer und nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka

Zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2018 müssen die Eltern von Kindern im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung keine Kindergartenbeiträge mehr bezahlen. Die Kommunen erhalten als Ausgleich für die entgangenen Elternbeiträge eine Summe von rund 1,4 Milliarden Euro bis 2022. In dem Pakt weiter enthalten sind ein „Härtefall-Fonds“ für Kommunen, die trotz des Ausgleichs über die Erhöhung der Finanzhilfe von 20 % auf 55 % und aufsteigend auf 58 % unter Einnahmeausfällen leiden. Weiter erhalten Träger zusätzlich Gelder als Ausgleich für Tarifsteigerungen der Beschäftigten in Kindertagesstätten, Regelungen zur Freistellung von Beiträgen in der Kindertagespflege sowie Mittel für Qualitätsverbesserungen und Investitionen im Kita-Bereich. Tonne: „Damit gehen wir einen großen Schritt in Richtung gebührenfreier Bildung in Niedersachsen. Beitragsfreiheit und Qualitätsverbesserungen sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.“

Ein weiterer Punkt, der im nifbe erörtert wurde, war die Stärkung des Bildungsauftrages der Kindertageseinrichtungen durch die alltagsintegrierte Sprachförderung. Diese soll ab dem neuen Kindergartenjahr gesetzlich verankert und damit nachhaltig gestärkt werden. Dafür und für die differenzierte Förderung von Kindern mit besonderem Bedarf im letzten Jahr vor der Einschulung stellt das Land zusätzliche Mittel in Höhe von jährlich 32,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die vorschulische Sprachförderung soll damit zukünftig von Fachkräften in Kindertagesstätten durchgeführt werden. Nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer begrüßte diese Maßnahme, da hiermit „der überfällige Schritt von einer additiven zur alltagsintegrierten Sprachförderung“ gegangen werde. Die Verlagerung dürfe allerdings nicht zu einer Mehrbelastung der pädagogischen Fachkräfte in der Kita führen. Notwendig seien auch landesweite Qualifizierungsangebote für die alltagsintegrierte Sprachförderung und -beobachtung. An dieser Stelle wies Prof. Dr. Renate Zimmer darauf hin, dass das nifbe in Nordrhein-Westfalen die alltagsintegrierte Sprachförderung und -beobachtung über MultiplikatorInnen-Fortbildungen flächendeckend eingeführt habe.

Nifbe-Pressesprecher Dr. Karsten Herrmann stellte dem Minister die aktuelle landesweite Qualifizierungsinitiative des nifbe unter dem Titel „Vielfalt leben und erleben!“ vor. „Der Umgang mit einer zunehmenden gesellschaftlichen individuellen, sozialen und kulturellen Vielfalt ist derzeit sicherlich eine der größten bildungspolitischen Herausforderungen“, erläuterte Herrmann. Entsprechend biete das nifbe für Kitas drei kostenlose Qualifizierungsformate an – Inhouse-Schulungen, Leitungscoaching und sozialräumliche Maßnahmen. Dafür hat das nifbe ein fachliches Grundlagenpapier entwickelt und ReferentInnen qualifiziert.

Große Einigkeit bestand darin, dass der „Niedersachsen-Plan“ für eine Reform der Erzieherausbildung eine gute Grundlage dafür ist, mehr Fachpersonal für Kindertageseinrichtungen zu gewinnen. Dieser enthalte Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Ausbildung und des Berufes. Wichtig sei, dass die Ausbildung nach wie vor auf einem hohen fachlichen Niveau stattfinde. Die Vorschläge für dualisierte Elemente durch die Ausbildung zum/zur Sozialpädagogischen Assistenten/in und zum/zur Erzieher/in ab dem neuen Schuljahr auch in Teilzeit, gehe in die richtige Richtung.

Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Kultusministerium / nifbe

 

 

 „Alltagsintegrierte Sprachbildung und Beobachtung im Elementarbereich in Nordrhein – Westfalen“

Seit 2013 begleitet die  Arbeitsgruppe „Sprache und Bewegung“ des nifbe die Neuausrichtung der alltagsintegrierten Sprachbildung und Beobachtung im Elementarbereich in Nordrhein-Westfalen. Die Projekte wurden gefördert durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Auch in 2018 wird das Projekt unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Renate Zimmer weitergeführt.
Ziel war zu Projektbeginn zum einen die Implementierung der alltagsintegrierten Sprachbildung in allen Kindertageseinrichtungen des Landes Nordrhein–Westfalen und damit verbunden auch die Einführung von Beobachtungsverfahren zur Dokumentation der Sprachentwicklung anstelle von Tests zur Sprachstandsfeststellung. Dazu wurde eine Qualifizierungsinitiative geschaffen, für die die nifbe-Arbeitsgruppe knapp 200 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weitergebildet hat. Diese bieten Fortbildungen für Kindertagesstätten und Kindertagespflegepersonen an, die vom Land NRW bezuschusst werden. Viele der insgesamt 10 000 Kindertageseinrichtungen in NRW haben dieses Fortbildungsangebot bereits genutzt.

Nachdem damit der Grundstein für eine wirksame Sprachbildung im Elementarbereich gelegt wurde, ergab sich im Projektverlauf immer häufiger die Frage, wie in diesem Rahmen Kinder mit besonderem Förderbedarf identifiziert und unterstützt werden können. Dieser Frage widmet sich das Projektteam in diesem Jahr verstärkt. Dazu sollen aufbauend auf Erfahrungen aus Regionen und Kommunen, in denen bereits Strukturen zur Identifikation und Förderung von Kindern mit besonderem Bedarf geschaffen sind, Empfehlungen für die landesweite Umsetzung erarbeitet werden. Ein weiterer Projektschwerpunkt liegt auf der Implementierung der alltagsintegrierten Sprachbildung in der Kindertagespflege. Darüber hinaus berät die nifbe-Arbeitsgruppe das Ministerium weiterhin zu inhaltlichen Fragen und begleitet die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte.