3.1 (Selbst)kompetent bilden – Kinder nachhaltig stärken

 

3.1 (Selbst)kompetent bilden – Kinder nachhaltig stärken

Projektleitung:
Prof. Dr. Julius Kuhl
Prof. Dr. Claudia Solzbacher
Prof. Dr. Renate Zimmer

Kooperationspartner:
Forschungsstelle Begabungsförderung im nifbe, Universität Osnabrück Fachbereich Erziehungswissenschaften (Schulpädagogik), Fachbereich Humanwissenschaften (Psychologie)

Gefördert durch:
Friedel & Gisela Bohnenkampstiftung

Projektmitarbeiterinnen:
Dipl. Mot. Peter Keßel
Prof. Dr. phil. Dipl. Mot. Stefan Schache
Dipl. Mot Fiona Martzy
M.A. Inga Doll
M.A. Michaela Kruse-Heine
Dipl. Psych. Anna Engel
Dipl. Psych. Thomas Künne
Dipl. Psych. Nathalie Pöpel

Laufzeit:
2012 – 2015

Projektbeschreibung und Projektdurchführung

Ein Fortbildungskonzept zu entwickeln, bei dem die Selbstkompetenzen der pädagogischen Fachkräfte in Krippe, Kindergarten, Schule und Jugendhilfe gestärkt werden, stand im Fokus dieses Projektes. Die Selbstkompetenz der pädagogischen Fachkraft ist Voraussetzung für die Entwicklung der Selbstkompetenzen bei den von ihr betreuten und begleiteten Kindern und Jugendlichen. Daher geht es zunächst um die Selbstkompetenzen der Fachkräfte, worauf dann die nachhaltige Stärkung der Kinder aufbaut. Ausgehend von einer Pilotstudie im Altkreis Wittlage bei Osnabrück wurden Bedarfe für die pädagogische Praxis erhoben und in einem dialogischen Entwicklungsprozess gemeinsam mit interessierten pädagogischen Fachkräften Fortbildungsmodule zu Bedürfnisfeldern entwickelt, die auf den Ergebnissen einer Befragung von über 100 ErzieherInnen und LehrerInnen basieren.

Ziel der Fortbildungen sollte die Sensibilisierung der teilnehmenden Fachkräfte für die Thematik und Bedeutung der Selbstkompetenzen im pädagogischen Setting sein. Die Selbstkompetenzen der TeilnehmerInnen sollten zudem gestärkt und erweitert werden. In konkreten Handlungssituationen sollen sie vorhanden und abrufbar sein. Als förderliche Innovation wurde neben der Interdisziplinarität der MitarbeiterInnen im Forschungsteam auch die Durchmischung verschiedener pädagogischer Berufsgruppen in den Fortbildungsmodulen erachtet. So wurden verschiedene Perspektiven in dem Seminar kennengelernt und diskutiert und zudem auch institutionsübergreifender Austausch gefördert, was unter anderem der Kommunikation und dem Zusammenwachsen in der Bildungslandschaft Wittlager Land zugutekommen sollte.

Die Durchführung der Fortbildungsmodule stellte die zentrale Aufgabe in der Hauptphase des Projekts dar. Es liefen aber begleitend immer schon Forschungsfragen mit, die in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück entwickelt wurden. Diese lassen sich in wissenschaftliche Grundlagenfragen und anwendungsorientierte Fragen unterteilen. Ein Grundlagenthema betrifft die Rolle von Selbstkompetenzen im pädagogischen Handeln und ihrer Wirkung auf die Förderung von Kindern, woran sich verschiedene Detailfragen anschließen. Anwendungsorientierte Fragen betreffen vor allem die Evaluation der Fortbildungsmaßnahmen, z.B. ob eine Teilnahme positive Veränderungen der persönlichen Selbstkompetenzen ermöglicht und die Inhalte sich auch auf den Arbeitsalltag förderlich auswirken. Diese Fragen wurden in regelmäßig stattfindenden Besprechungen der beteiligten MitarbeiterInnen diskutiert und immer wieder den aktuellen Voraussetzungen und Bedingungen angepasst. Auch die Optimierung und Anpassung des Fortbildungsangebotes war Thema dieser Treffen, da im Laufe des Projekts weitere Zielgruppen und damit veränderte zeitliche Rahmungen hinzukamen.

Übersicht Projektverlauf

Die erste Förderphase von 08/2012 bis 08/2013 war gekennzeichnet durch einen hohen Anteil konzeptioneller Aufgaben, deren Bearbeitung dazu führte, ein passgenaues Fortbildungsangebot zu entwerfen, das den Ansprüchen und Bedürfnissen – aber auch den Befürchtungen – der pädagogischen Akteure vor Ort entsprach und entgegenkam; und gleichsam gekennzeichnet war durch das Zusammenführen und Verschränken dreier Forschungsrichtungen oder -schwerpunkte (Pädagogik, Psychologie, Psychomotorik) im Hinblick auf Selbstkompetenz: Hier entstand ein Möglichkeitsfeld, dessen Potential erst nach und nach entschlüsselt und entdeckt wurde und Synergien und positive Wirkungen auf die entwickelte Fortbildungsreihe und deren Verbreitung erkennen ließ.

Die zweite Förderphase stand vor allem unter der Perspektive der Durchführung, Justierung und Evaluation der Fortbildungs- und Workshopangebote. Die in der Projektskizze angedachten Workshops fanden im regelmäßigen Turnus in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede statt. Jede Fortbildung bestand aus zwei Blöcken über 1,5 Tage, zwischen denen ein Pause von einigen Wochen (ca. 1-2 Monate) lag, die dazu diente, Wissensinhalte und Reflexionsgedanken nachwirken zu lassen, zu verinnerlichen und erste Überträge im beruflichen Alltag zu erproben. Über den ursprünglichen Fokus auf den Altkreis Wittlage hinaus stießen die Ideen und Konzeptionen unserer Fortbildungsstruktur auf große Zustimmung, wie bspw. auf den Kongressen „Bewegte Kindheit“. Daher wurde der Fokus geöffnet und die Grenzen des Altkreises (geografisch) verlassen und sowohl im Landkreis als auch in der Stadt Osnabrück die innovativ konzipierte Fortbildung angeboten. Die große Zahl zu verzeichnender Anmeldungen zu Workshops, das Anfragen von Vorträgen etc. bekräftigte uns in diesem Vorhaben.

Die dritte und letzte Förderphase war neben weiteren Fortbildungen und der beginnenden Verbreitung der Erfahrungen und Ideen in der pädagogischen Diskussion von der Erarbeitung eines Curriculums für eine Multiplikatorenausbildung zum Thema und der abschließenden Auswertung, Aufbereitung und Veröffentlichung der Forschungsergebnisse gekennzeichnet. Zur Erarbeitung eines Curriculums für eine Multplikatorenausbildung kamen noch strukturelle Fragen dazu, z.B. welche Voraussetzungen zukünftige MultiplikatorInnen mitbringen müssten und welchen Umfang an Stunden die Ausbildung beinhalten sollte, um auch allen geplanten Inhalten und Themen Raum geben zu können. Dabei musste es für potentielle MultikplikatorInnen auch umsetzbar bleiben, an allen Ausbildungsmodulen teilnehmen zu können. Zudem wurde diskutiert, mit welchem Ziel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgebildet würden und was sie mit der Ausbildung im Nachhinein anfangen könnten, dürften und sollten.

Methodische und inhaltliche Gestaltung der Fortbildung

Die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte sollten in der Fortbildung so qualifiziert und begleitet werden, dass sie ihre Hauptaufgabe, die Gestaltung von Bildungsprozessen, bestmöglich meistern können. Für das Gelingen von Bildungsprozessen wurde die Lernumgebung und die Beziehungsgestaltung als grundlegend angenommen: eine gute Atmosphäre und Beziehungsgestaltung gilt als Voraussetzung für die Initiierung von Bildungsprozessen. Auch strukturelle Bedingungen spielten dabei eine Rolle, können von der einzelnen Fachkraft im Normalfall aber nicht beeinflusst werden, weshalb in den Fortbildungen die eigenen Kompetenzen und vor allem die Selbstkompetenzen im Mittelpunkt standen. Diese sollen helfen, trotz ausbleibender struktureller Veränderungen den pädagogischen Alltag kindgemäßer und erfolgreicher zu gestalten, ohne dabei die eigene Selbstfürsorge aus den Augen zu verlieren.

Aus diesen Vorüberlegungen ergab sich, dass nicht die Erweiterung eines methodischen Repertoires im Mittelpunkt stehen konnte. Diese ist es aber, die oftmals als fehlende Komponente einer pädagogischen Kompetenz gefordert wird und durch zahlreiche Fort- und Weiterbildungen angeboten wird. Dass der Wunsch nach einem „methodischen Handwerkskoffer“ immer wieder geäußert wird, wurde auch in unserer Erhebung im Altkreis Wittlager Land deutlich. Es wurde aber etwas anderes noch viel deutlicher: In den Bedürfnisfeldern, die wir durch quantitative und qualitative Verfahren erhoben und interpretativ verdichtet haben (vgl. Pilotphase), spiegeln sich grundlegende, basale Themen wieder, die nicht durch methodische „Kunstgriffe“ befriedigt werden können. Sie zielen auf Fähigkeiten und Voraussetzungen, die wir mit dem Begriff und dem Konstrukt „Selbstkompetenz“ zu greifen versuchen. Also werden persönliche Kompetenzen als entscheidend angesehen, die Fachkräfte in die Lage versetzen können, mit herausfordernden Situationen angemessen umgehen zu können. Diese Selbstkompetenzen standen deshalb im Zentrum der Workshops.

Für die Fortbildung wurden basierend auf den Ergebnissen und Erkenntnissen der beschriebenen Pilotstudie fünf Bedürfnisfelder formuliert (vgl. Abbildung 12), mit denen die aktuellen Bedürfnisse der pädagogischen Fachkräfte gefasst werden sollten, „Offenheit“, „Wertschätzung“, „Grenzen ziehen“, „Gelassenheit“ und „Kommunikation“: Diese Bedürfnisfelder waren Gegenstand der Fortbildung und wurden dafür durch die theoretische Brille der Selbstkompetenz betrachtet.

Abbildung 9: Bedürfnisfelder aus der Pilotstudie, aufbereitet für die Fortbildung (Doll & Kruse-Heine, 2017, S. 221)

Mit den Erkenntnissen der Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI-Theorie, Kuhl, 2001) sind die einzelnen Felder für den Workshop so aufbereitet worden, dass unterschiedliche Erkenntniswege zur Verfügung standen und so individuell der passende und gemäße Lernweg gewählt werden konnte: Über die methodischen Bausteine des Erlebens (psychomotorische Akzentuierung), des Wissens (kognitive Ausrichtung der Präsentationen), des Reflektierens (über diagnostische Einblicke Selbstreflexion steigern) und des Transfers (pädagogische Situationen im Alltag als Referenz) wurden die einzelnen basalen Themen aufbereitet.

Es ist aber offenkundig, dass die Bedürfnisse und Wünsche der pädagogischen Fachkräfte Themen darstellen, die teilweise schwer zu operationalisieren sind und noch schwerer curricular aufbereitet werden können. Zum Beispiel vermag man Gelassenheit nicht dadurch hervorzurufen, dass sie instruiert wird („Sei gelassen!“). Die Begriffe sind als Richtung, Perspektive oder als lohnenswerter Weg zu verstehen und nicht als konkrete Zielvorgabe. Es handelt sich hierbei eher nicht um Einstellungen, die per Instruktion vermittelbar sind, sondern um anzubahnende Zustände, die die pädagogische Fachkraft immer wieder anvisieren könnte, um mehr für sich selbst zu sorgen und daraus ein entsprechendes Bildungsangebot zu kreieren.

Um eine solche mögliche, instruktive Tendenz zu vermeiden und um das Relationale der Zielvorgabe zu betonen, wurde ein Kontinuum geschaffen, das sich zwischen zwei Polen aufspannt. Durch die Nennung oder Konstruktion eines Gegenteils wurde das Bedürfnisfeld zudem noch schärfer gezeichnet. In der Profilierung durch das Gegenteil wurde oftmals erst die Bedeutung des Bedürfnisfeldes in seiner Reichweite erkannt. Zudem wurde durch die Aufbereitung als Gegenpole auch deutlich, dass die Begriffe (bspw. Offenheit vs. Scheuklappe) nicht als zu erreichende oder zu vermeidende Ziele zu verstehen sind, sondern dass sie lediglich Pole eines dynamischen Kontinuums bezeichnen, auf dem sich eine Person bewegen kann. Damit ist ein Pendeln und Regulieren zwischen diesen Zuständen angesprochen, was als grundlegende Fähigkeit einer „selbstkompetenten“ Person zu verstehen ist.

Fortbildungsevaluation und Forschungsfragen

Die Entwicklung von Instrumenten zur Evaluation und Grundlagenforschung zum Thema Selbstkompetenzen in der pädagogischen Arbeit und deren Bezüge zur pädagogischen Qualität waren auch Thema dieses Forschungsprojektes. In diesem Zuge konnten auch die aufgeworfenen Fragestellungen präzisiert werden und entsprechende Verfahren zur Erhebung wichtiger Bestandteile von pädagogischer Qualität erstellt werden. Insgesamt haben sechs Fortbildungsreihen mit pädagogischen Fachkräften stattgefunden und zudem zwei Veranstaltungen mit Lehramtsstudierenden an der Universität sowie eine Veranstaltung mit ErzieherInnen in der Ausbildung stattgefunden. Die Evaluation zeigte eine moderate Zunahme der Selbstkompetenzen bei Teilnehmenden nach der Fortbildung und eine hohe Zufriedenheit mit der didaktischen Aufbereitung (Haus der Selbstkompetenzen), dem praktischen Nutzen der Fortbildung und der eigenen Umsetzung der Inhalte in die Praxis. Ein deutlicher Zuwachs zeigte sich vor allem bei dem Wissen um die Bedeutung von Selbstkompetenzen für die pädagogische Arbeit. Die Fachkräfte wurden durch die Fortbildung also für die Thematik der Selbstkompetenzen und ihrer eigenen persönlichen Rolle hinsichtlich der Selbstkompetenzen der Kinder sensibilisiert.

Die Interdisziplinarität, durch die verschiedene Zugänge zum und Blickwinkel auf das Thema möglich sind, wurde als sehr wertvoll erlebt. Die innovative Herangehensweise und Methodik auf der Basis der zeitintensiven, dialogischen Entwicklung der Fortbildung im Austausch mit pädagogischen Fachkräften wurde als sinn- und wertvoll bestätigt. Insgesamt scheinen ErzieherInnen deutlich mehr von den Fortbildungen zu profitieren als LehrerInnen: sie gaben im höheren Maße an, dass sie durch die Fortbildung ihre Arbeit besser bewältigen und die Kinder besser verstehen könnten. Sie erlebten auch einen höheren praktischen Nutzen durch die Teilnahme an der Fortbildung als LehrerInnen. Dennoch sind, wie oben bereits erwähnt, beide Berufsgruppen (und auch die weiteren, wie z.B. in der Jugendhilfe Tätige) sehr zufrieden mit der Umsetzung der Fortbildungsinhalte in ihrer pädagogischen Praxis.

Abbildung 10: Bewertung des Teilnahmenutzens (T2), Antwortrange 0 (trifft nicht zu) bis 3 (trifft genau zu) (Pöpel, 2017, S. 180)

Es erscheint dabei auch die Frage relevant zu sein, inwieweit die Freiwilligkeit der Teilnahme an der Fortbildung im Zusammenhang mit dem subjektiven Wert steht. So wäre es denkbar, dass ErzieherInnen eher intrinsisch motiviert an der Maßnahme teilnahmen und deswegen offener und empfänglicher für die Thematik waren, Lehrkräfte möglicherweise eher geschickt wurden, was einen Zugang zur Thematik erschweren könnte.

Weitere Überlegungen zur Forschung betrafen die Frage, warum die Nachfrage nach den Fortbildungen in Form von Anmeldungsanfragen nicht deckungsgleich mit dem bekundeten Interesse im Vorfeld war. Äußern sich im Vorfeld eher Fachkräfte in leitender Funktion und wollen bestimmen, was ihre MitarbeiterInnen bräuchten, was gegen eine intrinsische Motivation der Teilnehmenden sprechen würde? Oder ist der Wunsch nach solchen Fortbildungen tatsächlich bei den pädagogischen Fachkräften vorhanden – strukturelle Rahmenbedingungen ließen die Teilnahme aber nicht zu (personelle Unterbesetzung bei Urlaub und Krankheit von KollegInnen)? Um diesen Überlegungen auf den Grund zu gehen, sollte ein Erhebungsinstrument entwickelt werden, das hilft, Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden. Dieses Phänomen ist durchaus nicht neu und stellt mit dieser Fortbildung keinen Einzelfall dar, weshalb es wertvoll erscheint, auch diesen Fragen in Zukunft nachzugehen und die pädagogische Diskussion mit Ergebnissen hinsichtlich dieser Thematik zu bereichern.

Ausblick

Die Erfahrungen mit den Workshops sind ermutigend. Unabhängig von der Motivationslage im Vorfeld fand die Fortbildung große Zustimmung bei den Teilnehmenden. Auch anfangs möglicherweise weniger motivierte Fachkräfte konnten durch die die methodische Umsetzung in den Fortbildungen erreicht werden, was sicher auch mit der interdisziplinären und prozessorientierten Herangehensweise zu erklären ist. Anfragen für Inhouse-Schulungen in Kitas oder schulinterne Fortbildungen waren zu verzeichnen und wurden zum Teil auch übernommen. Einige Fachkräfte wünschten sich nach der Teilnahme an der Fortbildung eine weiterführende selbstkompetenzbezogene Begleitung ihres Berufsalltages.

Aufbauend auf der abschließenden Bearbeitung der Forschungsfragen und der Herausgabe eines Projektbandes (Kuhl, Solzbacher & Zimmer, 2017) wird eine Weiterverbreitung und Weiterführung der Thematik im Auge behalten. Eine Multiplikatorenschulung wurde konzipiert, worin eine große Herausforderung steckte, da viele grundsätzliche Überlegungen die Konzeption begleiten. Einige Fragen hinsichtlich dieser Schulung wurden weiter oben bereits aufgeworfen. Diskutiert wurde unter anderem auch, wie fest ein solches Curriculum überhaupt sein kann oder muss: unsere Erfahrungen im Projekt bestärken uns in der prozessorientierten Arbeitsweise, anderseits sollte für eine Qualitätssicherung ein gewisses Kerncurriculum feststehen. Auch die Zielsetzung der Multiplikatorenausbildung bringt Fragen mit sich. Denn neben der Frage, welche Voraussetzungen zukünftige Multiplikatoren mitbringen sollten (Stichwort: Interdisziplinarität), wird auch zu diskutieren sein, wie viel Arbeit an den eigenen Selbstkompetenzen den Multiplikatoren zugemutet werden muss oder kann. Denn sollten sie anderen Fachkräften die Thematik der Selbstkompetenzen erlebbar näher bringen wollen, sind nach unseren Vorstellungen des vorgelebten Modells auch selbstkompetente Multiplikatoren Grundvoraussetzung.

Die Ergebnisse und Erfahrungen wurden durch Vorträge und Angebote auf Kongressen und Tagungen im In- und Ausland in den wissenschaftlichen Diskurs eingebracht. Weitere Umsetzungen mit einer wesentlich aufwendigeren, prozessbegleitenden Evaluation, in der die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte auch im beruflichen Alltag begleitet werden sind bereits konzipiert und in der Planung.

Literatur

Doll, I. & Kruse-Heine, M. (2017). Dialogische Entwicklung der Fortbildung. In J. Kuhl, C. Solzbacher & R. Zimmer (Hrsg.), WERT: Wissen, Erleben, Reflexion, Transfer. Ein Konzept zur Stärkung der professionellen Haltung von pädagogischen Fach- und Lehrkräften (S. 219-228). Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Kuhl, J. (2001). Motivation und Persönlichkeit. Interaktionen psychischer Systeme. Göttingen: Hogrefe.

Kuhl, J., Solzbacher, C. & Zimmer, R. (2017). WERT: Wissen, Erleben, Reflexion, Transfer. Ein Konzept zur Stärkung der professionellen Haltung von pädagogischen Fach- und Lehrkräften. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Pöpel, N. (2017). Evaluation der Fortbildungen: Ergebnisse, Perspektiven Ausblicke. . In J. Kuhl, C. Solzbacher & R. Zimmer (Hrsg.), WERT: Wissen, Erleben, Reflexion, Transfer. Ein Konzept zur Stärkung der professionellen Haltung von pädagogischen Fach- und Lehrkräften (S. 177-186). Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.