MOT 4-6: Inhaltliche und psychometrische Untersuchung, Konstruktvalidierung

MOT 4-6: Inhaltliche und psychometrische Untersuchung, Konstruktvalidierung

Leitung:

  • Prof. Dr. Renate Zimmer

 

Projektmitarbeiterin:

  • Dipl. Psych. Brigitte Ruploh

Bei dem Motoriktest für vier- bis sechsjährige Kinder (MOT 4-6) von Zimmer und Volkamer (1987) handelt es sich um ein motometrisches Verfahren zur Erfassung des motorischen Entwicklungsstandes bei Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren, das vor einem psychomotorisch geprägten theoretischen Hintergrund konstruiert wurde und schnell große Verbreitung fand.

Der MOT 4-6 wird nach einer Studie von Nestler und Castello (2003) in 27,9 % der repräsentativ ausgewählten, deutschen Erziehungsberatungsstellen (Nges = 170) eingesetzt. In ambulanten und stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen Deutschlands kommt der Test ebenfalls bei etwa einem Drittel der Institutionen (29 %, Nges = 92) regelmäßig zur Anwendung (vgl. Bölte, Adam-Schwebe, Englert, Schmeck & Pouska, 2000). Welsche, Rosenthal und Romer (2005) führten eine postalische Fragebogenuntersuchung in den 143 bewegungstherapeutisch arbeitenden deutschen kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken durch mit einer Beteiligungsrate von 62,2 %. Es zeigte sich, dass der Test in 53 % der verbleibenden 81 Kliniken diagnostisch genutzt wird und damit an zweiter Stelle der 34 genannten Verfahren liegt. Wissenschaftliche Untersuchungen mit dem MOT 4-6 können nach Recherche in medizinischen, sportwissenschaftlichen und psychologischen Datenbanken bis Dezember 2010) auf etwa 55 beziffert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle seit Erscheinen des Tests im Jahr 1987 publizierten Studien auch elektronisch erfasst sind – die ältesten, in den genannten Datenbanken auffindbaren Studien mit dem MOT 4-6 stammen aus dem Jahr 1993. Es ist also anzunehmen, dass die tatsächliche Zahl von wissenschaftlichen Arbeiten, in denen der Test Verwendung fand, höher ausfällt.

Die psychometrische und inhaltliche Untersuchung des MOT 4-6 anhand gesammelter nationaler (und für eine separate Auswertung auch internationaler) Daten dient der Testpflege. Neben Itemanalysen (Prüfung von Verteilungsparametern, Trennschärfen, Schwierigkeiten, Iteminterkorrelation, Faktorenstruktur) und Überprüfung von Testgütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) wird eine Auswertung berichteter Praxiserfahrungen und Videoanalysen auf Aufgabenebene vorgenommen. Datenerhebungen zur Normierung des Tests für spezifische Stichproben erfolgen fortlaufend. Mit Hilfe von weiteren Entwicklungsparametern soll zudem eine Konstruktvalidierung des MOT 4-6 vorgenommen werden, so dass das Konstrukt Motorik im Test anhand aktueller Daten zur Entwicklungssituation von Kindern beschrieben werden kann. Hierzu werden z. B. Zusammenhänge mit weiteren relevanten Variablen (wie zu Sprachentwicklung und Sozialverhalten) untersucht. Es kommen u. a. konfirmatorische Strukturgleichungsmodelle, Faktorenanalysen sowie regressionsanalytische und clusteranalytische Verfahren zur Anwendung. In Erarbeitung befindet sich die Neunormierung des Verfahrens.