LOSlesen – Leseförderung von Anfang an

LOSlesen – Leseförderung von Anfang an

Projektleitung / -partner

  • Landkreis Osnabrück Fachbereich Kultur (Stadtbibliotheken)
  • nifbe und Universität Osnabrück, Fachgebiet Sportwissenschaft Prof. Dr. Renate Zimmer

Projektmitarbeiterinnen:

  • Dipl. Mot. Fiona Martzy
  • Dipl. Reha-Päd. Ricarda Menke (Uni Osnabrück Institut für Sport und
    Bewegungswissenschaften – Drittmittelprojekt)
  • M.A. Nadine Vieker (Dokumentation)

 

Hintergrund

Verschiedene Studien zeigen auf, dass Kindern heutzutage immer weniger vorgelesen und der intensive Umgang mit dem Buch nur in wenigen Familien gepflegt wird. Dabei haben das Vorlesen und insbesondere das Erzählen von Geschichten, das Singen von Liedern und das Reimen von Versen Auswirkungen auf die sprachliche und kognitive Entwicklung, auch die spätere Lesefähigkeit wird durch einen frühzeitigen Umgang mit dem Buch unterstützt. Neben diesen Entwicklungsbereichen kommt der Eltern-Kind-Beziehung eine besondere Bedeutung zu. Beim gemeinsamen Vorlesen ist der Kontakt zwischen Eltern und Kind sehr eng, wodurch die Möglichkeit für ein intensives Miteinander gegeben wird. Um den Eltern die Bedeutung des Buches und des Vorlesens wieder näher bringen zu können, ist das Projekt „Loslesen – Leseförderung von Anfang an“ in Zusammenarbeit mit den Bibliotheken des Stadt- und Landkreises Osnabrück unter Begleitung der Beratungsstelle für öffentliche Bibliotheken Weser-Ems, den ansässigen Kinderärzten und dem nifbe im Sommer 2008 entstanden.

Die Projektinitiative ging von der Kinder- und Jugendbibliothek aus. Anliegen der Bibliothek war der Wunsch nach einer wissenschaftlichen Begleitung des Projektes „LOSlesen“ durch das nifbe bzw. die Universität. Der Kontakt zu den Eltern wurde über die Osnabrücker Kinderärzte hergestellt. Während der U-6-Untersuchung wurden/werden die Eltern/Familien über die Bedeutung des Vorlesens aufgeklärt und zu der Teilnahme an dem Projekt motiviert.

Seit November 2008 finden Bücherbabytreffs statt, mit dem Ziel, Kinder ab dem Alter von einem Jahr in ihrer Entwicklung zu fördern und den Spaß am Umgang mit dem Buch zu vermitteln. Die Bücherbabytreffs werden von pädagogischen Fachkräften geleitet und setzen sich aus verschiedenen Sequenzen zusammen (z. B. Bewegungslieder, Vorlesen eines Buches, freie Lesezeit mit den Eltern). An den verschiedenen Standorten in der Stadt und im Landkreis Osnabrück sind die Bücherbabytreffs unterschiedlich organisiert. So finden die Gruppen teilweise wöchentlich, teilweise alle 14 Tage statt. Auch die Gruppenstruktur ist unterschiedlich: Es gibt sowohl Gruppen mit festen Teilnehmern als auch sehr offene Angebote, bei denen in jeder Stunde andere Kinder und Eltern teilnehmen. In der Regel dauert der Bücherbabytreff 45 Minuten.

Aufgabe der Forschungsstelle Bewegung und Psychomotorik war es zunächst, eine Verbindung zwischen den Bereichen Bewegung und Lesen zu schaffen. Unter dem Schwerpunkt „mit allen Sinnen Lesen“ wurde schnell deutlich, dass Vorlesen nicht nur mit Sprache, Kognition und sozial-emotionalen Aspekten, sondern auch mit kleinräumigen Nachahmungsbewegungen und Ganzkörperbewegungen sowie mit allen Sinnesbereichen (taktil, visuell, auditiv etc.) in Verbindung steht.

Die Zusammenarbeit bestand zunächst aus einer Beratung in der Buchauswahl und der Unterstützung bei der Herausarbeitung von Projektzielen seitens der Bibliothek sowie einer beobachtenden Begleitung. Beobachtungsschwerpunkte (Bewegung, Wahrnehmung, Sprache, soziale Interaktion und sozial-emotionales Verhalten) wurden definiert, um die Forschungsinteressen der Forschungsstelle Wahrnehmung, Bewegung, Psychomotorik auch in einem Projekt, bei dem das Lesen im Vordergrund steht, vertreten zu können.
Evaluationsbericht